Institute of Computer Science

Remembering Aegidius Plüss

Am vergangenen 27. Dezember (2019) ist Prof. Dr. Aegidius Plüss im Alter von nur 75 Jahren unerwartet verstorben. Ich kenne sehr wenige Menschen, die so viel Energie und Begeisterung ausstrahlen, wie es Aegidius tat. Bis zu seinem Tod wirkte er mit unglaublichem Einsatz für einen zeitgemässen Informatik-Unterricht an Schweizer Schulen. Aufbauend auf der weit verbreiteten Programmiersprache «Python» entwickelte er in den letzten Jahren zusammen mit Jarka Arnold und Tobias Kohn eine eigene Lernplattform «TigerJython» und mehrere Online-Lehrmittel, die schweizweit im eben neu geschaffenen gymnasialen Fach Informatik und im obligatorischen Informatikunterricht an den Sekundarschulen eingesetzt werden. Ursprünglich theoretischer Physiker, war er als Physik-, Informatik- und Elektroniklehrer am Gymnasium Neufeld, aber auch als Professor für Informatik-Fachdidaktik an der Universität Bern tätig. Mit seinem anspruchsvollen, modernen Unterricht hat er Generationen von Schülerinnen und Schülern geprägt. Die Physik-Sammlung seiner Schule hat er vorbildlich betreut, dokumentiert und zu einer der schweizweit grössten ausgebaut. Unvergessen sind seine Weiterbildungskurse, wo er uns Lehrkräfte in den 80er-Jahren in die Geheimnisse von Logo, Pascal und Assembler einweihte, später auch in die objektorientierte Programmierung, in C++ (C Plüss Plüss) und Java, für welche er ein Lehrbuch schrieb. Ging es um praktische Anwendungen, etwa des RasberryPi oder von Microcontrollern und IoT (Internet of Things) im Unterricht, griff er gleich selber zum Lötkolben, entwickelte für die staunenden, gelegentlich auch etwas überforderten Kolleginnen und Kollegen eigene Hardware Kits und Elektronikplatinen. Mit Aegid Plüss verlieren wir einen fachkompetenten, innovativen, begeisternden Menschen, den die Schule auch nach seiner Pensionierung nicht losgelassen hat. Für einen modernen Unterricht in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) hat er sich grosse Verdienste erworben. Ich verliere einen Freund, von dem ich dank seiner kollegialen Offenheit und Hilfsbereitschaft viel profitiert habe und den ich nicht vergessen werde.

Hans Kammer, Bern